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Funktionale Gestaltungsgrundsätze
Grundsätze der Dialoggestaltung
Aufgabenangemessenheit
Die Benuter müssen bei der Erledigung ihrer Arbeitsaufgabe unterstützt werden. D.h. das die Aufmerksamkeit immer auf die zu erledigende Aufgabe des Benutzers liegen muss und nicht auf die einzusetztende Technologie. "Was ist zu tun um den Benutzer zu unterstützen" und nicht "Wie und womit programmiere ich". Beispiele:
- Nur solche Informationen werden angezeigt, die im Zusammenhang mit der Erledigung der Arbeitsaufgabe stehen.
- Vermeidung unnötiger Arbeitsschritte
- Unterstützung bei der Arbeitsaufgabe, ohne den Bediener durch technische Eigenheiten des Systems zu belasten
- Anpassbarkeit des Dialogs an wiederkehrende Arbeitsaufgaben (z.B. durch Belegung von Funktionstasten)
- Die Software soll keine Änderung der Arbeitsabläufe erfordern, sondern die erforderliche Reihenfolge unterstützen
- Vorgabe von Standardwerten
Selbstbeschreibungsfähigkeit
Ein Dialog ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, in dem für den Benutzer zu jeder Zeit offensichtlich ist, in welchem Dialog, an welcher Stelle im Dialog er sich befindet, welche Handlungen unterneommen werden können und wie diese ausgeführt werden können. Beispiele:
- Anzeige handlugsbegleitender, verständlicher Informationen zu jedem Dialogschritt (z.B. Rückmeldungen, Statusanzeigen)
- Sprachlich eindeutige Meldungen
- Selbsterklärende Feldbezeichnungen
- Verwendung eindeutiger Zeichen und Symbole
- Anzeige von Zustandsänderungen des Systems: Wird eine Eingabe erwartet oder ein Kommando ausgeführt?
- Bereitstellung von Informationen über verwendetet Formate und Einheiten
Erwartungskonformität
Ein Dialog ist Erwartungskonform, wenn er den aus dem Nutzungskontext heraus verhersehbaren Benutzerbelangen sowie allgemein anerkannten Konventionen entspricht. Beispiele:
- Korrekte Verwendung der (Fach-) Sprache und Begriffe des Nutzungskontext
- Konsistentes, einheitliches und widerspruchsfreies Verhalten und Erscheinungsbild innerhalb eines Dialogsystems
- Anpassung an Windows- oder Web-Standards
- Gleiche Verwendung von Funktionscodes und -tasten in allen Masken und Menüs
- Ausdruck von Dokumenten entspricht der Bildschirmanzeige
- Aktionen der Benutzer bewirken eine unmittelbare Rückmeldung
- Kurze Antwortzeiten (< 4 Sekunden), ansonsten besondere Rückmeldung bei längeren Verarbeitungsschritten
- Positionsmarke springt dahin, wo die nächste Eingabe erwartet wird
- Formulierung von Rückmeldungen in eine objektiven und konstruktiven Art
Lernförderlichkeit
Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er dem Benutzer beim Erlernen der Nutzung des interaktiven Systems unterstützt und anleitet. Beispiele:
- Regeln und zugrunde liegende Konzepte sollten für den Benutzer verfügbar gemacht werden (Hilfe, Online-Tutorial)
- Kontextspezifische Hilfefunktion, mehrstufige Hilfetexte aufrufbar
- Wählbarkeit von Anfänger- und Expertenmodus
- Angebot von Assistenten, die den Benutzer durch eine Aufgabe führen
- Möglichkeit des experimentellen Lernens ohne größeren Schaden anzurichten
- Anlehnung an Vorgänge, Bilder, Begriffe aus dem Alltag oder dem Anwendungsgebiet des Dialogsystems
Steuerbarkeit
Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist. Beispiele:
- Keine Zwangsfolgen, sondern steuerbare Dialogverzweigungen
- Keine fest vorgegebene Reihenfolge bei der Bearbeitung der Felder einer Maske
- Möglichkeit, den Dialog jederzeit zu unterbrechen oder zu beenden (soweit sinnvoll)
- Benutzer bestimmt wie der Dialog fortgesetzt wird
- Angebot verschiedere Steuerungsarten: Aufruf von Operationen über Transaktionscodes, Menüführung oder direkte Manipulation
- Beliebiges Vor- und Zurückblättern in längeren Masken
- Möglichkeit, die letzten Dialogschritte rückgängig zu machen
- Verwendbarkeit von Maus und Tastatur
- Änderbarkeit voreingestellter Werte
Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann. Beispiele:
- Kein undefinierter Systemzustand oder Systemzusammenbruch nach fehlerhaften Eingaben (Abfangen fehlerhafter Eingaben durch Plausibilitätsprüfungen)
- Verständliche Fehlermeldungen geben Anhaltspunkte für Fehlersuche und Korrektur
- Markieren des fehlerhaft eingegebenen Datenfeldes
- Minimierung der erforderlichen Schritte zur Fehlerbehebung
- Befehle mit großer Tragweite bedürfen einer besonderen Bestätigung (Löschen)
Individualisierbar
Ein Dialog ist individualisierbar, wenn Benutzer die Mensch-System-Interaktion und die Darstellung von Informationen ändern können, um diese an ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen. Beispiele:
- Berücksichtigung von unterschiedlichen Kenntnisständen und Anforderungen verschiedener Benutzer: Änderbarkeit der Bedienungsweise, des Detaillierungsgrades von Ausgaben und Hilfetexten
- Benutzer sollen die Möglichkeit haben, die Art der Wiedergabe von Ein- und Ausgaben zu wählen, z.B. Schriftgröße
- Aufgaben- bzw. benutzerspezifische definierbare Vorgabewerte, z.B. für die Geschwindigkeit der Positionsmarke bei Tastatureingaben oder beim Scrollen
- Abschaltbare bzw. erweiterbare Menüs und Kommandos (anpassbare Iconleisten)
- Definierbarkeit eigener Kommandos bzw. Kommandofolgen, speicherbar und schnell wieder herstellbar
- Individuelle Einstellungen sollen rückgängig gemacht werden können
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